#Änderungen #Neuerungen Juni 2026
Im Juni 2026 treten mehrere Neuerungen in Kraft, die sowohl Verbraucherinnen und Verbraucher als auch Unternehmen betreffen. Unter anderem wird der Widerruf von Online-Verträgen erleichtert, die Gehaltstransparenz gestärkt und es gibt Änderungen bei Führerscheinregelungen sowie Lebensmittelkennzeichnungen. Hier erfahren Sie, was sich für Sie konkret ändert.
Widerrufsbutton wird Pflicht
Ab dem 19. Juni 2026 müssen Online-Shops und digitale Dienstleister einen Widerrufsbutton bereitstellen. Damit soll der Widerruf eines Vertrags künftig genauso unkompliziert möglich sein wie der Abschluss per Klick.
Die Regelung betrifft alle Unternehmen, bei denen Sie Verträge online abschließen können – etwa Streamingdienste, Mobilfunkanbieter oder Abo-Modelle. Nach dem bereits eingeführten Kündigungsbutton folgt nun der nächste Schritt für mehr Verbraucherschutz im Internet.
Was bedeutet das für Sie?
Sie können Online-Verträge künftig schneller, transparenter und mit deutlich weniger Aufwand widerrufen.
Neue Regeln zur Gehaltstransparenz
Bis spätestens 7. Juni 2026 muss Deutschland die EU-Entgelttransparenzrichtlinie umsetzen. Ziel ist es, gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit besser durchzusetzen und Gehaltsstrukturen offener zu gestalten.
Vor allem größere Unternehmen müssen neue Vorgaben erfüllen, darunter:
- Gehaltsspannen in Stellenanzeigen – Bewerbende sollen frühzeitig wissen, in welchem Rahmen sich das Gehalt bewegt.
- Erweiterte Auskunftsrechte für Beschäftigte – Mitarbeitende können künftig leichter Informationen zu Gehaltsstrukturen einfordern.
- Berichtspflichten zu Gehaltsunterschieden – Unternehmen müssen regelmäßig offenlegen, ob und wo Lohnlücken bestehen.
- Keine Fragen mehr zu früheren Gehältern – Bewerbende müssen ihr bisheriges Einkommen nicht mehr offenlegen.
Die neuen Regeln gelten überwiegend für Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitenden. Für Bewerberinnen und Bewerber bedeutet das mehr Orientierung und bessere Voraussetzungen für faire Gehaltsverhandlungen.
Neue EU-Führerscheinregeln
Die Europäische Union führt schrittweise neue Vorgaben für Führerscheine ein, um mehr Einheitlichkeit und Sicherheit im Straßenverkehr zu schaffen.
Besonders relevant:
- EU-weite Anerkennung von Fahrverboten
Wer im EU-Ausland ein Fahrverbot erhält, kann künftig auch im Heimatland davon betroffen sein.
- Keine EU-weite Punktekartei
Für normale Verkehrsverstöße bleibt weiterhin das jeweilige Land zuständig.
- Digitaler Führerschein ab 2030
Der Führerschein soll EU-weit digital abrufbar sein – ein weiterer Schritt in Richtung moderner Verwaltung.
Mehr Transparenz bei Honig– und neue Regeln für Marmelade
Auch im Lebensmittelbereich gibt es Änderungen.
Honigkennzeichnung
Ab dem 14. Juni 2026 müssen Hersteller genau angeben, aus welchen Ländern der Honig stammt – und zwar in absteigender Reihenfolge nach Gewichtsanteil. Die bisher übliche Sammelbezeichnung „EU-/Nicht-EU-Honig“ entfällt.
Lockerung bei der Bezeichnung "Marmelade"
Künftig darf der Begriff „Marmelade“ auch für andere Fruchtaufstriche verwendet werden – nicht mehr nur für Produkte aus Zitrusfrüchten. Die bisherige strikte Unterscheidung zwischen Marmelade und Konfitüre wird damit teilweise aufgehoben.