#Betonbau #Betonrichtigmischen #Betonrichtigverarbeiten
Schon die alten Römer wussten: Willst du schnell bauen, dann nimm Beton! So wurde das weltberühmte Kolosseum in nur acht Jahren erbaut – und es steht noch heute. Es muss nicht gleich ein Großbauwerk sein. Aber auch bei Zaunpfählen, kleinen Fundamenten kommt es auf die richtige Mischung an. Wir zeigen, wie Beton richtig gemischt und verarbeitet wird, damit auch in der Neuzeit alles wie „in Beton gemeißelt“ sitzt.
Woraus besteht Beton?
Zement aus Kalkstein und Ton, als sogenannte Körnung Sand, Kies und Wasser. Der Zement bildet zusammen mit dem Wasser den Zementleim, welcher die Gesteinskörnung bindet und dadurch das harte künstliche Gestein entstehen lässt. Je nach Kiesgröße entsteht so feinerer oder gröberer Beton. Lässt man den Kies ganz weg, erhält man Mörtel. Je nachdem, wie hoch die Dichte und damit die Belastbarkeit des Betons ist unterscheidet man in Normalbeton, Leichtbeton oder Schwerbeton.
Fachinformationen finden Sie hier.
Tipp:
Wer bei größeren Bauvorhaben nicht sicher ist, welche Mischung und welche Eigenschaften der Beton haben muss, sollte einen Bauprofi, bei der Erstellung von Fundamenten in jedem Fall aber einen Architekten oder Statiker hinzuziehen. Lediglich kleinere Vorhaben, wie Pfähle setzen, können ganz in Eigenregie durchgeführt werden.
Beton richtig mischen
Durch die Vielfalt der Mischungen lassen sich die Eigenschaften des Betons den jeweiligen Anforderungen anpassen. So kann man für kleinere Arbeiten auf dem Grundstück getrost zur Fertigmischung aus dem Baumarkt greifen. Oder man mischt sich größere Mengen selbst an. Eine Übersicht dazu gibt diese Auflistung:
- Universalmischung: 1 Kg Zement; 4 Kg Kies; 0,5 Liter Wasser (Geeignet für Heimwerkerarbeiten wie Stufen und Gartenplatten)
- Robuste Mischung: 1 Kg Zement; 3 Kg Kies; 0,5 Liter Wasser (Geeignet für Arbeiten mit starken Umwelteinflüssen, wie Straßenpflaster)
- Fundamentalmischung: 1 Kg Zement; 5 Kg Kg; 0,5 Liter Wasser (Geeignet bei im Boden befindlichen Betonelementen wie die Verankerungen von Zaunpfosten)
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Betonmischen - Werkzeug und Vorbereitung
Beton ist ein anspruchsvoller Werkstoff. Deshalb kommt es bei der Vorbereitung auf folgendes Werkzeug an: Schutzkleidung, Schubkarre oder Eimer, Maurerkelle oder Schaufel, Mörtelrührer.
Vorbereiten
Mit Kleidung die Haut schützen. Textilien sollten ruhig dreckig werden können. Denn Beton und Zement bekommt man aus der Kleidung nicht mehr ausgewaschen. Gummistiefel eignen sich gut als Schuhwerk, solange der Beton noch nass ist, lässt er sich von diesen einfach abspülen.
Mischen
Wer per Hand mischt, sollte das Mischen bei langen Strecken zum Verwendungsort nicht in einem Eimer oder einer „Bütt“, sondern gleich in der Schubkarre vornehmen. So kann nach dem Mischvorgang gleich der Verwendungspunkt angesteuert werden. Nacheinander und in der richtigen Reihenfolge die Zutaten hineingeben: Zuerst die Gesteinskörnungen (Sand oder Kies) und den Zement. Je gleichmäßiger man mischt, desto weniger Hohlräume hat der Beton später. Damit wird er fester.
Verrühren
Die Mischung trocken gut verrühren und anschließend langsam Wasser hinzugeben. Dabei die Mischung entweder mit einer Schaufel oder einem elektrischen Handrührwerk umrühren.
Wichtig:
Bei etwas größeren Mengen benötigt man einen Betonmischer. ACHTUNG: Hier gibt man anfangs zwei Drittel der benötigten Wassermenge in den laufenden Betonmischer. Dann kommen zuerst Kies, dann der Zement und nach und nach das restliche Wasser hinzu. Den Mischer noch einige Minuten laufen lassen, dann den Beton in ein passendes Gefäß gießen.
Tipp:
Betonmischer können in Baumärkten oder im Fachhandel ausgeliehen werden.
Beton richtig verarbeiten
Betonieren kann man grob in zwei Schritte einteilen:
- Einbringen: Um den frischen Beton einzubringen (Loch, Verschalung), muss er fließfähig sein. Daher kann er sich auch gut verteilen.
- Verdichten: Beton zu verdichten bedeutet, ihm die Luft zu nehmen. Bei kleineren Fundamenten (Zaunpfahl) und festerem Beton reicht es, mit der Schaufel darauf zu klopfen. bei flüssigerem Beton wird mit einem Kantholz im Beton gestochert. Damit werden die Luftblasen aus dem Beton getrieben.
Wichtig:
Beim Mischen und Verarbeiten von Frischbeton ist es wichtig, das Werkzeug sofort zu reinigen. Dann lässt sich die Masse noch gut lösen. Besonders gründlich müsst der Betonmischer und die Schaufeln gereinigt werden. Trockene Betonrückstände sind unlöslich und haften dauerhaft.
Wie lange muss Beton aushärten?
Bei Fertigbeton steht die Aushärtungszeit auf der Verpackung.
Wichtig:
Wenn in der Aushärtephase Risse entstehen, hat der Beton bzw. die Mischung zu viel Wasser enthalten. Damit das nicht passiert, den verarbeiteten Beton am besten samt Verschalung mit einer Folie abdecken und noch für gut zwei Wochen stehen lassen. Im Sommer und bei Hitze den Beton etwa alle zwei Tage wässern. So verhindert man Risse.
Typische Fehler vermeiden
- Rührkorb wechseln
Der Rührkorb ist das Gerät (Quirl), mit dem der Beton angerührt wird. Er sollte weder für unterschiedliche Betonarten noch etwa mal für Beton, mal für Farbe angewendet werden. Mit einem falsch gewählten Rührkorb könnte die Betonmischung nicht richtig homogenisieren. Das bedeutet, sie verbindet sich nicht einwandfrei.
2. Falsche Rühr-Technik
Meist wird beim Beton mischen im Heimbereich mit einer handelsüblichen Bohrmaschine als Antrieb gearbeitet. Für das Anmischen von Reaktionsharzmörteln reicht solche eine Bohrmaschine aber nicht aus. Ihr fehlt schlichtweg die nötige Kraft.
3. Falsche Mischwirkung und Reihenfolge
Die richtige “Mischwirkung“ entsteht, wenn das Material von unten nach oben anstatt von oben nach unten gemischt wird. Auch hier gilt: Jedes Material braucht seinen speziellen Rührkorb. Durchdie Wahl der falschen Mischwirkung kann es beispielsweise zu Rückständen am Eimerboden kommen. Statt den schweren Mörtel von unten nach oben zu holen, drückt sich dann der Rührkorb immer wieder aus dem Material heraus. Das macht nicht nur das Mischen schwieriger, sondern verändert auch das Mischverhältnis.
4. Zu schnell beim Fertigbeton mischen
Wird Beton nicht lange genug gemischt, kommt es häufig zu einer unvollständigen Durchmischung und dann auch zu falschen Materialeigenschaften. Beim Anrühren von Fertigbeton immer an die vorgeschriebene Mischzeit des Herstellers halten. Ansonsten drohen mangelnde Haftfähigkeit, Hohlstellen oder später dann sogar Abplatzungen.
5. Schmutzige Werkzeuge beim Beton mischen
Einen guten Handwerker erkennt man an seinem sauberen Werkzeug! Und das ist gerade beim Betonmischen unverzichtbar. Angetrocknete Materialrückstände können sich beim nächsten Mischvorgang ablösen und das neue Material verschmutzen und damit weniger effektiv machen.





