Zinseszins

Zinseszins – Sparen mit Turbo

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#Turbosparen #Zinseszins #Altersversorgung

Wer sparen möchte, sollte nicht nur auf die Großwetterlage der Zinsen, sondern besonders auf die vermeintlichen kleinen Effekte achten. Der Zinseszins gehört dazu. Von Sparern wird seine Bedeutung aber in der Regel nicht genügend gewürdigt. Dabei ist er ein fundamentaler Mechanismus im Finanzwesen und kann im Laufe der Jahre eine herausragende Bedeutung für den Vermögensaufbau bekommen. Korrekt wird er oft als „Zinsen auf Zinsen“ bezeichnet. Der Begriff legt seine Funktion nahe. Er bedeutet, dass Zinserträge nicht ausgezahlt, sondern reinvestiert werden, wodurch in den Folgeperioden Zinsen auf die ursprüngliche Summe plus die bereits erhaltenen Zinsen anfallen.

Das bedeutet Zinseszins

Normalerweise berechnet man bei Spar- oder Darlehensverträgen lediglich in einfachen Zinsen. Lesen Sie auch:

Damit wird die monatliche Belastung oder der Kapitalzuwachs erklärt. Der einfache Zins wird allerdings nur auf das ursprüngliche Kapital berechnet. Das bedeutet, dass die Zinsen bei gleichbleibendem Zinssatz in jeder Periode gleich bleiben, weil sie nur auf den Anfangsbetrag angewendet werden. Sparer können sich die Zinsen auszahlen lassen und haben sie dann zur Verfügung. Wenn Sie das Geld jedoch nicht ausgeben, sondern reinvestieren, werden Zinsen sowohl auf das ursprüngliche Kapital wie auch auf die bereits erwirtschafteten Zinsen berechnet. Durch die fortlaufende Verzinsung erhöht sich der Zinsertrag im Laufe der Zeit überproportional.

Wichtig:

Die Zins- und Zinseszinsrechnung ist schon seit vielen tausend Jahren bekannt. Schon in Hochkulturen, wie Mesopotamien (dazu zählen heute etwa Irak, Teile vom Iran, Syrien und der Türkei), also vor rund 2400 Jahren gehörten diese Begriffe zum Finanzalltag.

Warum ist der Zinseszins so wichtig?

Nicht umsonst wählt die Finanzwelt für den Zinseszins überschwänglich anmutende Begriffe wie „Turobzins“ oder „Zinsbooster“. Die Begriffe spiegeln das Ergebnis von Effekten wieder, die überwiegend positive Einflüsse auf die Vermögensbildung haben, im Einzelfall aber auch einen negativen, sogenannten Umkehreffekt haben können.

Exponentielles Wachstum

Das Vermögen wächst nicht linear, sondern beschleunigt sich mit der Zeit immer weiter. Der Zineszinseffekt ist der stärkste Treiber beim langfristigen Vermögensaufbau. 

Der Faktor Zeit

Je länger das Geld angelegt ist, desto stärker wirkt sich der Effekt aus. Albert Einstein soll den Zinseszins daher treffend als das „achte Weltwunder“ bezeichnet haben.

Umgekehrter Effekt (Schuldenfalle)

Der Zinseszins wirkt auch gegen den Sparer oder Anleger, wenn er Kredite abbezahlen oder im Minus ist. Hier entstehen durch „Zinsen auf Zinsen“ schnell hohe Schuldenberge.

Wichtig:

Erträge aus dem Zinseszins mehren das Kapital. Sie sind deshalb im Rahmen der Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge auch steuerpflichtig. Das schwächt den reinvestierbaren Effekt zwar ein wenig ab, ändert aber nichts an der grundsätzlich positiven Wirkung im Hinblick auf den Vermögensaufbau.

Berechnung des Zinseszins

Um die Sparwirkung des Zinseszins zu verstehen, muss man nicht tief in die Finanzmathematik einsteigen. Ein kleines Beispiel veranschaulicht die Effekte. Darin wird angenommen, dass, ein Sparer  1.000 € zu einem Zinssatz von 5 Prozent anliegt und diesen betrag über 10 Jahre ansparen möchte. So sieht die Vermögensentwicklung aus:

Jahr 1:

Der Sparer erhält 5 Prozent Zinsen auf die 1.000 €. Das macht 50 € aus. Das neue Sparguthaben beträgt 1.050 €.

Jahr 2:

Sie erhalten 5 Prozent Zinsen auf das neue Guthaben (1.050 €). Durch den Zinseszins erhält der Sparer dann nicht nur 50 € sondern 52,50 €. Das Sparguthaben Guthaben wächst auf 1.102,50 €.

Nach 10 Jahren: Durch den reinen Zinseszins-Effekt hat der Sparer zusätzlich zum Startkapital über 628 € an Zinsen erwirtschaftet, anstatt nur 500 € bei einer Auszahlung der Zinsen.

Tipp: 

Der Effekt des Zinseszins wirkt nur, wenn er nicht abgeschöpft wird (siehe unten). Deshalb empfiehlt es sich, den angesparten Betrag nicht auf dem Girokonto zu belassen, sondern stets in die aktive Sparschleife einzubringen.

Zinseszins praktisch nutzen

Reinvestieren: Lassen Sie erwirtschaftete Zinsen oder Dividenden direkt wieder in Ihre Anlage einfließen.

Früh starten: Durch die lange Laufzeit können auch kleine monatliche Sparraten (z. B. in ETFs oder Fonds) über Jahrzehnte zu einem großen Vermögen heranwachsen.

Anbietervergleich: Nutzen Sie beispielsweise einschlägige Zinsrechner, um zu sehen, wie sich unterschiedliche Zinssätze und Laufzeiten auf Ihr Vermögen auswirken.

Wichtig:

Digitale Rechenmodule können zwar einen erste Überblick über die Gesamtlage von Zinseszinsen geben. Erst konkrete Gespräche mit Experten der Bank ermöglichen jedoch einen konkreten Blick auf die individuellen Möglichkeiten der Vermögensbildung, wie etwa die Verfahren, um Zugewinne gewinnbringend zu steuern.

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