Dachboden dämmen

Dachboden dämmen: Eine warme Mütze für das Haus

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#Dachboden dämmen #Energiefreundlich dämmen

In Millionen Häusern ist der Dachboden regelmäßig ein unbeheizter Lagerraum. Energetisch ein wahres Groschengrab. Um wertvolle Wärme nicht einfach in den kalten Winterhimmel abziehen zu lassen, muss aber nicht immer die komplette Dachkonstruktion erneuert und isoliert werden. Um nachhaltig Energiekosten zu senken, genügt oft schon eine Dämmung der Geschossdecke des Dachbodens – eine Arbeit, die auch von Heimwerkern erledigt werden kann. Eine Energiesparmaßnahme, die in vielen Fällen inzwischen gesetzlich vorgeschrieben ist. Aber auch ohne gesetzlichen Druck ist die Dämmung des Dachbodens mit wenig Aufwand möglich und energetisch sinnvoll. Wir geben Tipps und werfen einen Blick auf die Kosten.

Darum ist Dachboden dämmen sinnvoll

Wärme steigt bekanntermaßen nach oben. Deshalb ist es so wichtig, dem Haus eine warme Mütze aufzusetzen – gerade, wenn die Räume im Dachgeschoss nicht beheizt sind und auch auf absehbare Zeit nicht bewohnt werden. Um Energie zu sparen, sollte dann auch nicht gleich die gesamte Dachinnenfläche isoliert werden. Viel sinnvoller ist, die oberste Geschossdecke mit einem guten Wärmeschutz zu versehen. Experten zufolge spart man damit schon bis zu zehn Prozent Heizenergie.

Wichtig:

Diese Maßnahme ist außerdem wesentlich günstiger als die Dämmung der Dachschrägen: Die zu dämmende Fläche ist deutlich geringer. Im ungenutzten Raum steht viel Platz zur Verfügung, so dass ein preiswerterer Dämmstoff in einer größeren Dicke verwendet werden kann.

Ist man gesetzlich zur Dämmung verpflichtet?

Grundsätzlich ja. Eigentümer von Wohngebäuden, die jährlich vier Monate oder länger auf Innentemperaturen von mindestens 19 Grad Celsius beheizt sind, müssen die oberste Geschossdecke zum unbeheizten Dachraum dämmen. Diese Nachrüstpflicht ist im Gebäudeenergiegesetz (GEG § 47) verankert. Mit der Dämmung muss ein U-Wert von maximal 0,24 W/(m2K) erzielt werden. Eine Ausnahme gilt für Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, wenn sie selbst seit mindestens 1. Februar 2022 im Gebäude wohnen. Wird das Haus verkauft, hat der neue Eigentümer zwei Jahre Zeit für die nachträgliche Dämmung des Dachbodens.

Wichtig:

Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) ist ein Maß dafür, wie viel Wärme durch ein Bauteil (Wand, Fenster, Dach) pro Quadratmeter und pro Kelvin Temperaturunterschied nach außen entweicht: Er gibt die Dämmqualität an; je niedriger der Wert, desto besser die Dämmung und desto weniger Energie geht verloren, was Heizkosten spart. Die Einheit (W/(m²·K)) steht für Watt (Energie), die pro Quadratmeter Fläche und pro Kelvin (Temperaturunterschied) durch das Bauteil fließt.

Diese Verfahren kommen zum Dachboden dämmen in Frage

Prinzipiell gibt es drei unterschiedliche Dämmmethoden. Welche davon für das jeweilige Haus optimal ist, richtet sich nach dem Aufbau der Decke, der künftigen Nutzung des Dachbodens und den Kosten.

Die Aufdeckendämmung

Auf den Dachboden wird das Dämmmaterial in Form von druckstabilen Platten aufgebracht. Sie kann bei Bedarf begehbar gemacht werden, etwa mittels OSB-Platten. Alternativ kann man auf dem Dachboden auch mit Hilfe von Holzbalken eine Unterkonstruktion aufsetzen und die somit entstandenen Fächer mit Matten oder einer Schüttdämmung füllen und zur besseren Begehbarkeit Laufstege anlegen.

Vorteile: Für Heimwerker mit etwas Geschick und dem richtigen Werkzeug geeignet. Arbeiten finden außerhalb der Wohnräume statt.

Nachteile: Aufbauhöhe verringert die Raumhöhe unter dem Dach.

Tipp: 

Es ist sogar möglich, eine Einblasdämmung lose auf der Geschossdecke zu verteilen. Damit verliert sie aber ihre Begehbarkeit. Kosten: etwa 25 bis 50 Euro pro Quadratmeter, für eine begehbare Ausführung ab circa 75 Euro pro Quadratmeter.

Zwischendämmung

Bei einer Holzbalkendecke können lose Flocken aus Zellulose oder Steinwolle in den Hohlraum eingeblasen werden oder der Bodenbelag aufgenommen und eine Schüttung aus Granulat eingebracht werden, bevor der Belag wieder montiert wird.

Vorteile: Die Raumhöhe bleibt erhalten, sämtliche Arbeiten finden außerhalb der Wohnräume statt.

Nachteile: Der Aufwand ist höher als bei der Aufdeckendämmung. Einblasdämmstoffe müssen durch eine Fachfirma mit speziellen Maschinen eingebracht werden.

Tipp: 

Kosten: Für eine Zwischendeckendämmung muss mit 35 und 80 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden.

Wichtig:

Sowohl bei der Auf- als auch bei der Zwischendeckendämmung müssen die Materialien und deren Reihenfolge so aufeinander abgestimmt sein, dass sich keine Feuchtigkeit ansammelt. Sonst sind Bauschäden und Schimmel vorprogrammiert. Ob und wo eine Dampfbremse erforderlich ist, richtet sich nach dem Aufbau der Geschossdecke: Energieberater einbeziehen.

Unterdeckendämmung

Grundsätzlich kann die Dämmung auch von unten, also an der Wohnraumseite  der Geschossdecke angebracht werden. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. In der Regel wird eine Längslattung angebracht oder die Decke in Trockenbauweise abgehängt. Die Dämmung steht dann zwischen den Latten beziehungsweise in dem künstlichen Hohlraum. Eine Dampfbremse auf der sogenannten Warmseite der Dämmschicht sorgt dafür, dass keine Feuchte in das Dämmmaterial gelangen kann. Den raumseitigen Abschluss bilden meist Gipskartonplatten.

Vorteile: Die Wohnraumdecke ist gut erreichbar, die Dämmung kann einfach angebracht werden.

Nachteile: Für die Optik ist eine Verkleidung nötig, an den Übergängen zwischen Raumdecke und Wänden können Wärmebrücken entstehen. Die Wohnraumhöhe reduziert sich, die Dämmarbeiten beeinträchtigen den Wohnkomfort.

Tipp: 

Kosten: 70 bis 120 Euro pro Quadratmeter höher als die beiden anderen Konstruktionsweisen.

Bei der Planung immer vorwärts denken

Vielleicht steht für den Dachboden später auch noch ein Ausbau an. Für diesen Fall sollte gleich die Dachhaut vorbereitet, Fenster eingebaut und die Dachschrägen gedämmt werden. Bei diesen Maßnahmen ist eine Dämmung der Geschossdecke dann natürlich überflüssig, da der Dachraum schon insgesamt gedämmt ist.  Aber ACHTUNG: Im Gegensatz zur schlichten Dachbodendämmung muss bei einer künftigen Nutzung als Wohnraum der Fußbodenaufbau, etwa im Hinblick auf die Anbindung einer Trittschalldämmung berücksichtigt werden.

Tipp: 

Wer über einen Dachausbau nachdenkt, sollte mit einem Energieberater oder einem anderen Experten besprechen, wie die Dämmung der obersten Geschossdecke in diesem Fall optimal und kostengünstig konstruiert wird.

Wie wird die Dachbodendämmung gefördert?

Staatliche Fördermittel für die Dämmung der obersten Geschossdecke könnten fließen, wenn der Dachraum unbeheizt ist und keine Verpflichtung zur Dämmung nach dem Gebäudeenergiesetz besteht. Die Dämmung gilt dann als förderfähige Einzelmaßnahme im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Wer mindestens 2.000 Euro investiert, bekommt einen Zuschuss in Höhe von 15 Prozent. ACHTUNG: Weil sich die Gesetzeslage ständig ändert, sollte stets einen Fachmann zurate gezogen werden.

Dachboden dämmen in Eigenleistung

Geschickte Heimwerker mit Sachkenntnis und dem richtigen Werkzeug können beispielsweise eine Aufdeckendämmung einer Betondecke selbst übernehmen. Die Eigenleistung verringert die Kosten deutlich. Für Material Fördermittel checken.

Wichtig:

Die Dämmung ist allerdings immer nur so gut wie ihre schwächste Stelle. Deshalb ist die lückenlose Verlegung wichtig. Platten sollten stets  Stoß an Stoß oder besser noch zweilagig und versetzt verlegt werden.  Der Kamin oder andere Bauteile, die durch die Dämmung verlaufen, bilden Wärmebrücken. Also auch die Flanken des Kamins ein Stück in die Höhe dämmen. Auch der Lukendeckel der Dachbodentreppe muss gedämmt werden. 
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