Raumwärme und Warmwasser kostet Energie. Deshalb ist eine optimal abgestimmte und gut auf die persönlichen Wünsche eingestellte Heizungsanlage wichtig, damit sie effizient arbeiten und Energie einsparen kann. Wir sagen, worauf man selbst achten kann.
Moderne Thermostate anschaffen
Das Wichtigste zuerst: Jeder Heizkörper in Wohnung oder Haus sollte mit einem eigenen Thermostaten ausgerüstet sein. So kann die Temperatur individuell und bedarfsgerecht gesteuert werden. Alte Modelle unbedingt gegen neuere Produkte austauschen. Die sind genauer, auf die individuelle Nutzungszeit programmierbar und dadurch eindeutig effizienter.
Tipp:
Programmierbare Thermostaten reagieren deutlich sensibler auf Temperaturschwankungen – etwa bei winterlichem Sonnenschein. Die Kosten beginnen bei 10 Euro pro Thermostat. Damit lassen sich rund etwa 60 Euro pro Jahr einsparen. Elektronische Thermostate eignen sich auch gut für Smart-Home-Systeme zum Nachrüsten. Sie können per Smartphone ferngesteuert werden. So lassen sich ganz einfach Einzelraumprofile programmieren.
Heizung auf Sparbetrieb trimmen
Raumtemperatur stets nach dem persönlichen Bedarf anpassen. Das ist eine der wichtigsten Regeln für Effizienz. Tag- und Nachtbetrieb konsequent abgrenzen. Nachts und wenn niemand zu Hause ist, die Temperatur regelmäßig senken. Möbel sind nicht kälteempfindlich und jedes Grad weniger spart etwa sechs Prozent Heizenergie. Gleiches gilt beim Lüften: Fenster auf, Heizung aus!
Tipp:
Die empfohlene Raumtemperatur liegt im Wohnbereich bei 21 Grad, in Schlafräumen reichen etwa 18 Grad oder weniger aus.
Heizungsrohre dämmen
Auf dem Weg durch vom Heizkessel zum Heizkörper und vom Warmwasserspeicher zu Küche oder Bad geht häufig viel Wärme verloren. Das gilt gerade, wenn die Rohre durch den Keller laufen und nicht gedämmt sind. Das nachträgliche Dämmen von Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen, die in unbeheizten Räumen liegen, gehört übrigens auch zu den Nachrüstpflichten im Altbau. Mit Schläuchen aus Schaumstoff und Klebeband für die Nahtstellen lässt sich das Dämmen leicht selbst bewerkstelligen. Und das lohnt sich: Mit einer Rohrdämmung kann man pro Meter bis zu 14 Euro an Kosten einsparen.
Gleichmäßige Wärme mit hydraulischem Abgleich
Eine Heizung läuft nur dann wirklich effizient, wenn in jedem Raum genau die Wärme ankommt, die dort auch gebraucht wird. Sind die Heizkörper etwa im Erdgeschoss glühend heiß und im Dachgeschoss nur noch lauwarm, dann sollte einmal über den Abgleich der Heizungshydraulik nachgedacht werden. Das kann viel Geld sparen.
Bei dem Abgleich werden alle Komponenten der Anlage – Heizkessel, Pumpe, Thermostatventile – perfekt auf den Bedarf im Haus abgestimmt, die die Wassermenge in den Rohrleitungen und Heizkörpern wird optimiert, alle Räume im Gebäude beziehen danach gleichmäßig Wärme.
Wichtig:
Bei Bestandsgebäuden mit bis zu fünf Wohneinheiten, kann man die Zuschussförderung für Einzelmaßnahmen zur Heizungsoptimierung im Rahmen der Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) nutzen. Zuständig ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).
Tipp:
Wie Länder, Kreise und Kommunen und Stadtwerke energiesparende Maßnahmen fördern, lesen Sie hier.
7 goldene Regeln für Raumtemperatur-Regulierung
Von Heizkörper entlüften über Isolierung verbessern und Luft zirkulieren lassen tragen die 7 goldenen Regeln auf einen Blick für mehr Heizeffizienz dazu bei, Geld zu sparen:
- Thermostate wechseln: Intelligente Thermostate passen die Temperatur der individuell gewählten Einstellung automatisch an.
- Isolierung verbessern: Fenster und Türen gut abdichten, um Wärmeverluste zu minimieren.
- Heizkörper entlüften: Für mehr Effizienz regelmäßig Heizkörper lüften.
- Gezielt heizen: Nur die Räume, die tatsächlich genutzt werden, wärmen; Türen zu ungenutzten Räumen schließen.
- Fensterverdunklung nutzen: Vorhänge oder Jalousien halten die Wärme in den Räumen.
- Luftzirkulation sicherstellen: Luft im Raum muss für optimale Wärmeverteilung gut zirkulieren. Möbel, schwere Gardinen, Sofagarnituren vor Heizkörpern verhindern das.
- Temperatur senken: Raumtemperatur um ein oder zwei Grad senken kann den Energieverbrauch erheblich reduzieren.
- Regelmäßige Wartung: Für mehr Effizienz, Heizungsanlagen regelmäßig vom Profi warten lassen.
Zirkulationspumpe prüfen
Sofort warmes Wasser aus der Armatur – das ist angenehm und wassersparend. Bei größeren Entfernungen der Zapfstelle vom Warmwasserspeicher wurde früher deswegen eine Zirkulationspumpe eingebaut. Sie hat allerdings zwei entscheidende Nachteile: Wird das warme Wasser den Tag über nicht gebraucht, kühlt es ständig in den Leitungen ab – ein enormer Energieverlust. Zudem kostet der Betrieb der Pumpe sehr viel Strom.
Tipp:
Eine Zeitschaltuhr für die Pumpe einbauen sowie die Anschaffung einer neuen, energiesparenden Pumpe prüfen, Energieberater prüfen lassen, ob ein Umstieg auf dezentrale Warmwasserversorgung mit Durchlauferhitzer wirtschaftlicher ist.
Neue Heizungspumpe einbauen
Alte Heizungspumpen sind echte Energiefresser. Sie verbrauchen sehr viel Strom und pumpen unabhängig vom tatsächlichen Bedarf Wasser durch die Rohre. Der Austausch gegen eine neue Pumpe spart Strom und dank des bedarfsgesteuerten Betriebs auch Heizkosten.
Heizkessel tauschen
Aktuell liegt das Durchschnittsalter deutscher Heizkessel bei 24 Jahren. Ihr Austausch kann dank neuer Technologien enorm Kosten und schädlichen C02-Ausstoß sparen. Abhängig von Wärmebedarf des Hauses und seiner Bewohner, der Art des Einbaus und Wahl des Produktes kann die Höhe der Kosten deutlich schwanken.
Tipp:
Statt des Kaufs kann auch die Anmietung eine neue Heizung erwogen werden. Hier erfährt man mehr dazu: Heizung mieten statt kaufen.
Warmwasser-Betriebszeiten einschränken
Wenn die Heizung auch das Warmwasser bereitstellt, überwacht die Regelung mit einer sogenannten „Vorrangschaltung“ gleichzeitig die Wassererwärmung. Der Warmwasserbetrieb sollte möglichst nur einmal aufheizen. Dabei reicht normalerweise eine Speichertemperatur von 55 Grad.
Bei der Optimierung der Heizungsanlage spielt die regelmäßige Wartung eine entscheidende Rolle. Denn nur eine Heizung, die reibungslos läuft, kann effizient heizen. Dafür muss das Heizsystem regelmäßig von Verbrennungsrückständen gereinigt werden. Deswegen lohnt sich bei Gas- und Ölkesseln eine jährliche Wartung. Der Funktionstest bietet auch eine bessere Gewähr, dass das System nicht bei Minusgraden ausfällt.
Außerdem ist die Wartung eine gute Gelegenheit, um zu überprüfen, wann die Nachtabsenkung beginnt und endet. Hat sich der Lebensrhythmus geändert, kann der Installateur den Schaltzyklus anpassen, sofern dieser Vorgang nicht schon bei neueren Modellen automatisch vorgenommen wird.





